Allgemein

High End PC für anspruchsvolle Bildbearbeitung (2024)

Einen optimalen PC zur Bild- und Videobearbeitung habe ich mir schon lange gewünscht. Dies kompromisslos umzusetzen habe ich mir beim Bau dieses „Gaming-“ PCs zum Ziel gesetzt und ich muss sagen: es hat sich gelohnt. Noch nie hat Bildbearbeitung so viel Spaß gemacht und mit den neuen Anforderungen , die KI an ein PC-System stellt, kommt dieses System spielend klar.
Besonders gelungen finde ich die „Unterbringung“ der Komponenten in einem Mini-ITX-Gehäuse mit den Maßen 376 x 185 x 292mm (LxWxH), also prima geeignet, um ihn auf den Schreibtisch zu stellen.
Neben 8GB Grafikkarten-Speicher verfügt das System über 48GB Arbeitsspeicher (DDR5-RAM) und zwei SSDs (2TB und 4TB). 8xUSB, HDMI, DisplayPort, Gaming Audio, WIFI 6E.

Hier weitere Daten zu dem guten Stück:

SuperPC

Beispiele für „Portraits Premium“

In dieser Preisklasse geht es hauptsächlich um die Darstellung mehrerer Personen in einem Bild. Das können Gruppenfotos von Vereinen, Bands, Freunden, aber auch Familienfotos sein. In so einem Shooting werden natürlich auch einzelne Personen und kleine Gruppierungen fotografiert – also bei Familienfotos entstehen auch Einzelbilder der Großeltern oder Eltern oder Kindern.
Ein sehr beliebtes Highlight in dieser „Klasse“ ist die „Fotobox“, in der man sehr lustige Ideen umsetzen kann und in der nachträglichen Bildbearbeitung entsteht eine wunderbare Erinnerung, die auch in Jahren noch fasziniert.

 

Fotokiste

Beispiele für „Portraits Basic“

Portrait-Fotografie ist im Bereich „darstellende Fotografie“ anzusiedeln. Übrigens gehören hierzu selbstverständlich auch Tier-Portraits, deren Umsetzung oft sogar größere Herausforderungen bedeutet, als dies bei Menschen der Fall ist – schließlich kann man einem Tier nicht sagen, wie es sich am besten positioniert.
Ein gutes Portrait – von Mensch oder Tier – zeichnet sich immer dadurch aus, dass es eine Geschichte erzählt, einen fantasievollen Inhalt hat, eine Handlung erahnen lässt, ein Geheimnis andeutet – Sie ahnen es schon, es gibt ungezählte Möglichkeiten. Die passende für genau Sie herauszuarbeiten, ist unsere Devise und unsere Passion. Natürlich findet vor einem Portrait-Shooting eine ausführliche Besprechung und Planung statt.

Indre
Laura
Christoph

Die perfekte Belichtung / Teil 3: manuelle Belichtungseinstellung

Teil 3: Die Manuelle Belichtungskorrektur

Kennen Sie das: es muss schnell gehen, deshalb fotografieren Sie im Automatik-Modus – aber das Bild ist viel zu hell oder viel zu dunkel?

Aus den vorangegangenen Beiträgen wissen Sie natürlich, woran es liegt, dass sich die Automatik mitunter „täuschen“ läßt und zu solchen Fehlbelichtungen kommt.

Aber ,zum Glück bieten fast alle Kameras die Möglichkeit, die Belichtung manuell zu korrigieren. Die Funktion zur Belichtungskorrektur wird bei den meisten Kameras mit einem »+/–«-Symbol gekennzeichnet.
Belichtung

Die entsprechende Taste oder Tastenkombination ist bei Einsteiger-Systemkamera wie professionellen Spiegelreflexkameras in der Regel relativ leicht mit dem rechten Daumen oder Zeigefinger zu erreichen – ein Hinweis darauf, wie häufig auch erfahrene Fotografen die Belichtungskorrektur in Anspruch nehmen. Dennoch empfehle ich an dieser Stelle, sich die Gebrauchsanleitung der Kamera direkt hier daneben zu legen und zu sehen, was sie zum Thema alles hergibt – es gibt schon einige Unterschiede bei den Kamera-Modellen.

Belichtungskorrekturen hellen das gesamte Bild  auf oder dunkeln es insgesamt ab.

Die Belichtungskorrektur kann einen Helligkeitsbereich nur auf Kosten eines anderen Helligkeitsbereichs verbessern.

Wie erreiche ich eine korrekte Belichtung?

Prinzipiell ist das ganz einfach: Erscheint das Bild zu dunkel, stellen Sie über die »+/–«-Funktion einen positiven Wert ein. Ist das Bild zu hell, wählen Sie einen negativen Wert. Ein guter Startpunkt ist ein Korrekturwert von +2/3 EV oder -2/3 EV.

An dieser Stelle machen wir einen kleinen Exkurs in die Theorie: Die Abkürzung EV steht für Lichtwert (engl. „Exposure Value“). Jede Einheit auf der Lichtwert-Skala markiert je nach Lesart eine Verdoppelung oder Halbierung der Lichtmenge. Analog dazu ist die Blenden- und Verschlusszeitenreihe aufgebaut. Öffnen Sie die Blende zum Beispiel von f/8 auf f/5,6 entspricht dies einer Verdoppelung der eintretenden Lichtmenge. Gleiches gilt, wenn Sie die Verschlusszeit von 1/125 auf 1/60 Sekunde verlängern. Was ist mit den Werten dazwischen, beispielsweise f/6,7 oder 1/100 Sek.? Sie kennzeichnen halbe oder Drittel-Lichtwertstufen.

Alles läuft über die Belichtungszeit

Die manuelle Belichtungskorrektur beeinflusst ausschließlich die Belichtungszeit. Durch eine Verlängerung oder Verkürzung der Belichtungszeit gelangt so mehr oder weniger Licht auf den Sensor. Das macht sehr viel Sinn, denn die Blende sollten Sie ja schon festgelegt haben, weil damit eine bestimmte Schärfentiefe erreicht werden soll.

Manuelle Belichtungskorrektur-Werte

Die Zahlenwerte, die Sie dazu einstellen, bewirken folgende Veränderungen:

0 = keine Korrektur, die Kamera belichtet wie vom Belichtungsmesser vorgeschlagen

– 1 = 50 % weniger Licht = das Bild wird nur halb so hell

– 2 = 75 % weniger Licht = das Bild wird nur noch 1/4 so hell wie bei 0

– 3 = 87,5 % weniger Licht = das Bild wird nur noch 1/8 so hell wie bei 0

– 4 = 93,6 % weniger Licht = das Bild wird nur noch 1/16 so hell wie bei 0

– 5 = 96,9 % weniger Licht = das Bild wird nur noch 1/32 so hell wie bei 0

+ 1 = 100 % mehr Licht = = das Bild wird doppelt so hell wie bei 0

+ 2 = 200 % mehr Licht = das Bild wird 4 x so hell wie bei 0

+ 3 = 400 % mehr Licht = das Bild wird 8 x so hell wie bei 0

+ 4 = 800 % mehr Licht = das Bild wird 16 x so hell wie bei 0

+ 5 = 1600 % mehr Licht = das Bild wird 32 x so hell wie bei 0

Ganz ganz ganz wichtig:

Sobald Sie das gewünschte Foto mit der passenden Belichtungskorrektur gemacht haben, stellen Sie sie bitte wieder zurück auf NULL.

Erst dann ist die manuelle Belichtungskorrektur wieder deaktiviert. Lassen Sie sie jedoch aktiv, werden Sie für den Rest Ihres Lebens (oder bis es Ihnen irgendwann zufällig auffällt) zu helle oder zu dunkle Fotos machen ! Daher in diesem Zusammenhang meine Bitte an die Kamera-Hersteller (die hier natürlich alle kräftig mitlesen . .:-) : Richtet doch diese Funktion bitte so ein, dass die Einstellung automatisch auf NULL gesetzt wird, wenn man die Kamera ausschaltet ! Dann hat man beim nächsten Shooting wieder „normale“ Verhältnisse . . .

Noch  zwei Dinge gilt es bei dieser Arbeitsweise zu beachten:

Erstens: zwischen den einzelnen Probefotos sollte sich der Ausschnitt, das Motiv und das Licht nicht verändern! Und

Zweitens: da die Korrektur die Belichtungszeit verändert, ergibt sich natürlich bei größeren „+“-Korrekturen die Gefahr der „Verwacklung“, wegen längerer Belichtungszeit.

 

Noch ein Geheimtipp:

Wenn man den Live-View-Modus der Kamera startet, kann man im Livebild sehen, wie sich die Helligkeit des Fotos verändert. So kann man rein visuell beurteilen, welcher Korrekturwert am besten gefällt, ohne dass man sich Korrekturwerte merken muss.

Abschließend sei noch erwähnt, dass die Automatik in 90 von 100 Bildern die richtige Belichtung ermittelt ! Es wird also eher selten notwendig sein, hier einzugreifen.

Damit ist meine 3-teilige Abhandlung über die „perfekte Belichtung“ abgeschlossen und ich hoffe, es hat bei dem Einen oder Anderen zu einem bewussteren Umgang mit den Möglichkeiten seiner Kamera verholfen.

Die perfekte Belichtung / Teil 1

Als ich heute Nachmittag auf dem Weg zum Fotostudio war, kam bei -6°C und strahlend blauem Himmel über dem schneebedeckten Feld ein dichter, weißer Bodennebel auf, die Sonne wollte gerade untergehen – eine so wunderschöne Landschaftsszene, eine solch grandiose Stimmung, dass ich erstmal anhalten musste, um das „Augen- und Sinneserlebnis“ in vollen Zügen zu genießen.

Klar wollte ich das Gesehene fotografisch „festhalten“ – aber, wie so oft, kein Fotoapparat dabei, außer meinem (veralteten) Handy ! Dieses hat aber keinerlei Einstell-Möglichkeiten, es kann einfach nur auf Knopfdruck ein Foto machen, alles voll automatisch. Das Ergebnis war – wie sollte es anders sein – alles andere als das, was ich gesehen hatte !

ABER: es ist ein anschauliches Beispiel dafür, was die „Automatik“ mit unseren Fotos macht und es dient mir immerhin hier für diesen Beitrag, der Dich animieren soll, in Zukunft viele „perfekt belichtete“ Fotos zu machen.

Hier zunächst das Werk der Automatik:

 

IMG1F

Was wir hier sehen, ist ein völlig belangloses, langweiliges Landschaftsbild, in dem aber auch rein GAR NICHTS stimmt. Der Schnee ist nicht wirklich weiß und hat die gleiche Farbe, wie der aufsteigende Nebel im Hintergrund (obwohl dieser sich in der Realität deutlich unterscheiden ließ) . Sowohl die Bäume im Hintergrund, als auch die in der rechten oberen Ecke sind viel zu dunkel und der Zaun ebenfalls (er ist eigentlich grün !).

Um zu verstehen, was da genau „passiert“ ist, machen wir einmal ein Gedanken-Experiment. Zunächst stellen wir uns das Bild in Schwarzweiß vor (fällt ja nicht schwer, da es ohnehin fast keine Farben enthält!):

IMG1SW

Als nächstes stellen wir uns vor, das Bild wäre gerade aus einem Tinten-Drucker herausgekommen und die Tinte ist noch flüssig ! Nun schmieren wir einmal mit dem Finger über das gesamte Bild und vermischen die Tinte komplett mit einander, so daß eine einzige, gleichmäßig gefärbte Fläche entsteht. Wie würde die wohl aussehen?

Genau so:
grau

Was wir hier sehen, ist eine graue Fläche. Aber nicht nur das, es ist nicht irgend einer der „fifty shades of grey“, oder eine der 256 möglichen Abstufungen zwischen reinem Weiß und reinem Schwarz, die uns unser digitales „JPG“-Format ermöglicht. Nein, es ist in Wirklichkeit das sogenannte „Neutrale Grau“ – also der eine Ton, der zwischen 0 und 256 genau in der Mitte liegt – und somit den digitalen Wert 128 hat, weswegen er auch als „Mittleres Grau“    bezeichnet wird (per Definition:  „Eine unbunte Farbe (Grau) die genau 50% der maximal Schwärze enthält“). Etwas fortgeschrittenere Fotografen kennen natürlich die sogenannte „Graukarte“ als Hilfsmittel in der Fotografie – deren Sinn und Anwendung wird in den nächsten Folgen dieser Serie noch öfters zur Anmerkung kommen.

Für heute – der erste Teil der Serie „Perfekte Belichtung“ nehmen wir als Fazit mit, dass die Vollautomatik einer digitalen Kamera  so programmiert ist, dass sie die gesamte Bildfläche so belichtet, dass die Gesamtheit aller vorkommenden Helligkeitsstufen zusammengefasst ein neutrales Grau ergeben würden.

Das bedeutet: wenn in dem Bild überwiegend helle Motivteile vorhanden sind, wird die Automatik die Belichtung herunterregeln (unterbelichten) und wenn der überwiegende Teil des Bildes schwarz oder dunkel ist, wird die Automatik die Belichtungszeit heraufregeln (überbelichten). That’s it – nicht mehr und nicht weniger macht diese Automatik. Und deshalb kann sie auch mit Recht von sich behaupten, immer die „perfekte Belichtung“ zu schaffen. Aber wir sehen hier auch, dass die „perfekte Belichtung“ noch lange nicht zum „perfekten Bild“ führt, man sollte also lieber nach der „idealen Belichtung“ fragen, die schon eher das Kriterium für ein gutes Bild ist – und was nun für die jeweilige Szene eine „ideale Belichtung“ wäre, ist nicht zuletzt eine Frage des Geschmacks und der Sichtweise des Betrachters. Jedenfalls ist die „perfekte Belichtung“ eher etwas mathematisches und kann deshalb in einen Algorhytmus gefasst werden, mit dem dann so eine Automatik programmiert werden kann.

Für uns Fotografen gilt also eher ein Begriff wie „korrekte Belichtung“, der aussagt, dass in dem Bild keine Details zu hell oder zu dunkel dargestellt werden. Dies zu erreichen, bedeutet aber, dass wir die „Vollautomatik“ komplett vergessen können und nach anderen Möglichkeiten streben müssen.

Nun verstehen wir aber zumindest, was die Automatik mit unserem Bild gemacht hat. Der überwiegende Teil des Bildes ist heller als „Neutralgrau“, also regelt sie die Belichtung herunter. Mit der Folge, dass der Schnee nicht mehr weiß ist und dass die ohnehin schon dunklen Bildteile (Bäume, Zaun) noch dunkler werden, ja schon zum Teil fast schwarz werden.

In der nächsten Folge schalten wir die Automatik ab und wenden uns den Möglichkeiten zu, auf die wir bei einer „richtigen“ Kamera Einfluss haben, in Sachen Belichtung !

Wem das alles zu lange dauert oder wer nicht gerne solche „Tutorials“ liest, dem empfehle ich, den (Live)-Grundkurs für Fotografie bei mir im Studio zu belegen. In ca 3-4 Stunden Theorie und Praxis haben Sie damit die Grundkenntnisse erworben und können diese zusammen mit Ihrer Kamera auch anwenden.


Hier geht’s zur Anmeldung ! 

 

Lightroom Basics / Histogramm

Natürlich kennt jeder Lightroom-Anwender das Histogramm, es ist schließlich nicht zu übersehen, oben rechts, sobald man sich im Modul „Entwickeln“ befindet – falls es nicht durch Betätigen des kleinen dreieckigen Reiters neben dem Schriftzug Histogramm ausgeblendet wird.

Leider wird aber das Histogramm in vielen Fällen lediglich als Anzeige der Helligkeitsbereiche gesehen, es kann aber noch viel mehr ! Es steckt nämlich eine Funktion dahinter, die es sehr schnell und einfach dazu befähigt, Helligkeiten in den 5 Tonwertbereichen (Schwarz, Tiefen, Belichtung, Lichter und Weiß) intuitiv zu ändern.

Gehen Sie einfach mit dem Mauszeiger in das Histogramm, dann werden die Bereiche, wo sich der Cursor gerade befindet , hervorgehoben. Nun Klicken Sie den gewünschten Bereich an und ziehen Sie nach rechts oder nach links, um den entsprechenden Tonwert aufzuhellen, oder abzudunkeln.

Dies entspricht exakt der Funktionalität der entsprechenden Regler in dem Panel „Grundeinstellungen“, diese bewegen sich somit auch analog in die gleiche Richtung.

Falls Sie sich fragen, wozu dann das Ganze gut sein soll: es gibt Situationen, wo sie das Panel „Grundfeinstellung“ ausgeblendet haben, oder in der Bildbearbeitungsleiste so weit nach unten gescrollt haben, dass es nicht mehr sichtbar ist. Das Histogramm bleibt aber immer oben sichtbar und so können Sie sehr schnell die Tonwerte ändern, auch wenn Sie gerade z.B. an den Farbreglern zu tun haben.

 
Histo1

Fotobuch von Saal Digital

Fotobuch von Saal-Digital   #saaldigital   @SaalDigital 

Fotobücher erfreuen sich schon seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit. Auch als Berufsfotograf komme ich nicht umhin, mich mit dieser Art Präsentation auseinander zu setzen. Natürlich sind die Anfragen besonders bei Hochzeits-Reportagen gegeben, aber auch Familien-Fotos lassen sich ebenso gut wie Einzelportraits, Urlaubsfotos oder Bilder zu einem Thema in Fotobüchern präsentieren.

Ich habe schon einige Fotobücher erstellt und verschiedene Anbieter ausprobiert.

Heute beschäftige ich mich mit dem Fotobuch von Saal-Digital. Um meinen Kunden einerseits die Qualität des Fotobuches und andererseits meiner fotografischen Dienstleistung anschaulich zu machen, hielt ich es für eine gute Idee, ein Fotobuch zu gestalten, das gleichzeitig ein Portfolio für die Arbeiten in meinem Fotostudio darstellt. Einen Gutschein über 40.-€ verdiene ich mir hiermit gleichzeitig, durch eine Beurteilung des Produktes, wobei mir von vornherein sehr positiv aufgefallen ist, dass Saal-Digital Wert auf eine ehrliche, persönliche Beurteilung legt. Da ich als Fotograf schon seit längerer Zeit mit Saal-Digital zusammenarbeite (Bestellung von Abzügen), habe ich bislang nur gute Erfahrungen gemacht und war mir sicher, dass dies auch mit dem Fotobuch so sein würde.

Über die Web-Seite http://www.saal-digital.de/ kann man sich die Saal-Design-Gestalter-Software herunterladen und auf dem Computer installieren. Diesen Prozess empfand ich angenehm leichtgängig, ohne Tücken und unkompliziert. Nach dem Start des Programmes kann man direkt loslegen mit der Gestaltung eines Fotobuches, alle angebotenen Formate kann man mit verschiedenen Papiersorten, Seitenanzahl und unterschiedlichen Hüllen anwählen. An dieser Stelle bemerkte ich, dass das Programm keine RAW-Dateien verarbeitet – wundert mich nicht, da schon mal hundert und mehr Bilder in so ein Buch passen und das ganze ja zur Fertigung hochgeladen wird, das geht natürlich nicht mit RAW-Bildern. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass man einen RAW-Converter in die Software einbauen könnte, mit dem man RAW-Bilder lesen und grundlegend bearbeiten könnte, um sie dann als JPG weiter zu benutzen.

Ich habe mir folgendermaßen beholfen: zunächst erstellte ich einen Ordner, in den alle Bilder für das Buch gespeichert werden sollen. Dahin speichere ich Kopien meiner RAW-Dateien für das Projekt. Nun importiere ich den gesamten Ordner in Lightroom (Adobe) und erledige die grundlegende Entwicklung. Danach exportiere ich von Lightroom aus die fertigen Bilder im JPG-Format, in Originalgröße und Auflösung in den gleichen Ordner. Ist dies erledigt, kann man die RAW-Kopien aus diesem Ordner wieder löschen, das spart Speicherplatz. Diesen Ordner wähle ich nun mit dem Saal-Digital-Designer aus und das war’s auch schon an Vorbereitungen. Der Rest ist leicht, man kann ein ganzes Buch automatisch mit einem Mausklick erstellen lassen, oder sich die Mühe machen, selbst auszuwählen, welches Bild auf welcher Seite wo hinkommt, man kann hier auch sehr leicht die Größe des Bildes verändern und es auch beschneiden. Es gibt übergreifende Buch-Designs, Hintergründe, Clip-Arts und die Möglichkeit Text einzubinden. Das fertige Projekt wird dann mit einem Mausklick hochgeladen und man wird sicher durch den Bestellprozess geführt.

Die Preise sind je nach Sonderwunsch bezüglich Papier und Einband sehr unterschiedlich. Ich habe mich zu Testzwecken hier für das Format A4 entschieden und die Variante XT (bedeutet „extra thick“, also besonders „dicke“ Seiten) und die hochglänzende Oberfläche gewählt. Der Einband soll aus schwarzem Leder mit Wattierung sein. Angenehm überrascht hat mich, dass man auch auf diesem Ledereinband z.B. einen Text drucken kann.

Die nächste positive Überraschung ist die Bearbeitungszeit: ganze 2 Werktage lagen zwischen Auftragserteilung und Auslieferung !

Schon das Auspacken war eine Freude: sehr sorgfältig verpackt und geschützt.

Das erste „Anfassen“ ist ein haptischer Hochgenuss – der wattierte, schwarze Ledereinband fühlt sich grandios an. Mein auf der Vorderseite platzierter Titel ist perfekt.

Beim Aufschlagen fiel mir auf, dass es mir besser gefallen würde, wenn die erste Seite nicht mit der Innenseite des Umschlages verbunden wäre, sondern z.B. mit einem dünneren Deckblatt vom Einband getrennt wäre, ebenso die letzte Seite des Buches.

Die Wiedergabe-Qualität der Bilder und der Texte ist absolut perfekt und könnte nicht besser sein!

Da ich mich für „XT“ entschieden hatte, war ich besonders gespannt auf die Seiten. Ich bin sehr positiv überrascht, es ist ein Genuss, diese kartonartigen Seiten mit hochglänzender Oberfläche zu blättern und die spezielle Bindung erlaubt es, Bilder über4 die Mitte des Buches hinaus zu plazieren, man merkt so gut wie keinen Übergang, keine Wölbung, es geht nichts von dem Bild verloren – ein riesiger Vorteil für großformatige Darstellungen über 2 DIN A4 Seiten hinweg.

Ich werde das Buch nun in meinem Fotostudio auslegen und testen, wie es nach dem 500sten Durchblättern durch meine Kunden aussieht und ich werde mich daran erfreuen, wie schön die Präsentation meiner Arbeiten geworden ist. Vielen Dank Saal-Digital, dieses Fotobuch hat mich überzeugt !

Mehrfachbelichtung

Zu Zeiten der analogen Fotografie war es ein beliebter fotografischer „Trick“: nach erfolgter Aufnahme hat man den Film einfach nicht weiter transportiert und die folgende Aufnahme somit auf das gleiche Negativ belichtet. Diesen Vorgang konnte man auch mehrfach anwenden und so drei, vier oder mehr Bilder auf das gleiche Negativ belichten. Natürlich musste man sich vor so einer Aktion Gedanken über die jeweilige Belichtungszeit machen, schließlich bekam die erste Aufnahme ja jedes Mal Licht dazu. Wenn ich also z.B. eine Mehrfachbelichtung mit 2 Aufnahmen plante, musste die erste Aufnahme mit der Hälfte der Belichtungszeit fotografiert werden. Bei drei Aufnahmen wurde die Belichtungszeit für die erste Aufnahme 1/3, für die zweite 2/3 und für die dritte dann die „normale“ Belichtungszeit – gemessen mit einem Belichtungsmesser – eingerichtet.

Geht das auch mit digitalen Kameras?

Die Antwort ist „Jein“…. Es gibt zwar digitale DSLRs – insbesondere von Nikon, aber auch die Flag-Schiffe von Canon, die „Mehrfachbelichtung“ im Programm haben. Aber ist es das gleiche Prinzip, wie oben (analog) beschrieben? Nein. Was hier gemacht wird, beruht auf einem anderen Prinzip: es werden zwei (oder mehr) Einzelfotos per Software miteinander verrechnet. Das kann man sich so vorstellen, wie das übereinander legen zweier Ebenen und deren Verschmelzung durch einen der zahlreichen Verrechnungsmodi (Photoshop). Weiter unten in diesem Kapitel gehe ich genau auf die Mehrfachbelichtung mit meiner Canon EOS 5D MKIII ein.

Eine wirklich echte Mehrfachbelichtung kann man aber natürlich auch mit jeder DSLR hinbekommen, indem man z.B. im “Bulb“-Modus den Verschluss öffnet, nach erfolgter Belichtungszeit das Objektiv abdeckt, es für die zweite Belichtung wieder freigibt und danach den Verschluss wieder schließt. Dann hat man tatsächlich eine echte Doppelbelichtung realisiert. Nur: hier wird sehr schnell klar, dass es sich jeweils um längere Belichtungszeiten handeln muss, um dies zu realisieren. Eine weitere Möglichkeit wäre es, in einem abgedunkelten Raum zu arbeiten. Man hat hier mehr Spielraum für die einzelnen Belichtungen, die jeweils mit einem Blitzlicht erfolgen – also Verschlusszeit z.B. auf 5 sec, der erste Blitz zündet automatisch mit dem Start und beleuchtet das Model vor neutralem Hintergrund, den zweiten Blitz zündet man manuell, nachdem die Kamera auf das gewünschte Motiv ausgerichtet wurde – alles natürlich innerhalb der 5 sec, weil danach der Verschluss wieder schließt. Ein  „Haken“ bei diesen beiden Methoden ist: ich kann den Fokus für die zweite Aufnahme nicht kontrollieren.   

Es gibt Kameras, die eine Doppel- oder Mehrfachbelichtungs-Funktion aufweisen, dabei aber nicht die einzelnen Bilder speichert, sondern lediglich das Endergebnis – und dieses sogar oft lediglich als JPG-Datei. Dies ist leider ein großer Nachteil und bei solchen Kamera-Modellen rate ich eher dazu, zwei Einzelaufnahmen im RAW-Modus zu machen und diese dann in Photoshop zusammen zu fassen.

Die 5D MKIII kann bei Mehrfachbelichtungen sowohl die einzelnen Aufnahmen, als auch das Gesamt-Ergebnis jeweils als unabhängige RAW-Dateien speichern, was enorme Vorteile bietet!

Hier zunächst die Vorgehensweise:

Drücken Sie die „Kreativtaste“

Mehrfachbelichtung

Wählen Sie „Mehrfachbelichtung“ und in dem Untermenü sehen Sie nun drei mögliche Auswahlen:

„Deaktivieren“ – damit wird die Mehrfachbelichtung wieder deaktiviert

„Ein: FKT/STRG“ – (= Priorität auf Funktion und Steuerung), geeignet für alle Mehrfachbelichtungen, bei denen man auch die Einzelbilder der zusammengesetzten Aufnahme erhalten möchte.

„Ein: Reih.Aufn“ (=optimiert für Reihenaufnahmen), wird benutzt um Mehrfachbelichtungen in Reihenaufnahmen von einem sich bewegenden Objekt zu erstellen. Unter einigen weiteren Einschränkungen ist es hier nicht möglich, die Einzelbilder zu speichern, sondern nur das Gesamtergebnis bleibt erhalten.

Für unseren Zweck wählen wir also „FKT/STRG“ und haben nun (nach Bestätigung mit „Set“) folgende Möglichkeiten, Einfluss auf die Art der Verrechnung der Bilder auszuüben:

„Additiv“

Jede einzelne Belichtung wird kumulativ hinzugefügt. Richten Sie je nach der gewählten [Anzahl Belichtg.] eine negative Belichtungskorrektur ein. Wie Sie eine negative Belichtungskorrektur einstellen, ist nachfolgend kurz zusammengefasst. Dies entspricht der klassischen Mehrfachbelichtung auf Film.

(Belichtungskorrektur bei Mehrfachbelichtungen. Zwei Belichtungen: -1 Stufe, drei Belichtungen: -1,5 Stufen, vier Belichtungen: -2 Stufen und bei jeder weiteren Belichtung um eine halbe Stufe).

„Durchschnitt“

Die oben beschriebene manuelle Belichtungskorrektur wird hier automatisch gemacht. Gut geeignet für bewegte Motive vor feststehendem Hintergrund.

„Hell“

Es werden nur die hellen Bildbereiche miteinander verrechnet. Überlappen sich helle Bereiche, so wird die Helligkeit nicht erhöht (wie z.B. bei „Additiv“). Ideal für dunkle Motive und Nachtaufnahmen, in die dann z.B. im zweiten Schritt der Mond einbelichtet wird. Diese Methode entspricht dem Ebenen- Verrechnungsmodus „Aufhellen“ in Photoshop.

„Dunkel“

Diese Option kann bei Beseitigung heller Lichter und Reflexionen helfen. Dunklere Bereiche der einzelnen Aufnahmen werden kombiniert, während helle Bereiche reduziert werden und bei einer Überlappung werden sie nicht aufgehellt. Dieser Modus entspricht der Ebenen-Verrechnung „Abdunkeln“ in Photoshop.

Eine weitere Besonderheit bei der Mehrfachbelichtung mit der EOS 5D Mk III ist die Tatsache, dass man auch ein beliebiges Bild, welches sich auf der Speicherkarte im RAW-Format befindet (und mit dieser Kamera aufgenommen wurde) als Ausgangsbild für eine Mehrfachbelichtung benutzen kann. Durch diese Funktion steht einem schönen Portrait vor einem beliebigen – vorher fotografierten – Hintergrund nichts im Wege.

RainerJunker

(Bild aus einem Workshop, Fotograf: Rainer Junker)

Hierzu muss man lediglich im Menü „Mehrfachbelichtung“ den Modus „Fkt/Strg“ und einen Verrechnungsmodus auswählen (Additiv, Durschn., Hell, Dunkel) und dann ganz unten im Menü die Funktion „Bildauswahl Mehrfachbelichtung“ mit „Set“ aufrufen, anschließend mit dem Schnellwahlrad die gewünschte Aufnahme ins Display holen und dann mit „Set“ und „OK“ bestätigen.

Übrigens: wenn man nun den Live-Bild-Modus aktiviert, wird das aktuell anvisierte Motiv direkt über die davor gewählte Aufnahme gelegt!

Dies waren die „Basics“ zur Mehrfachbelichtung. In der Anwendung dieser Funktionen steht ein weiter kreativer Bereich zur Verfügung und in späteren Beiträgen werde ich auch auf spezielle Fälle eingehen, bei denen diese Technik angewandt wird.

Für heute erst mal viel Spaß beim Experimentieren mit der Mehrfachbelichtung.

Portrait-Retusche  Teil3 (Dodge&Burn)

Diese Technik (Abwedeln und Nachbelichten) wurde bereits in der analogen Zeit der Bildentwicklung  im Labor eingesetzt, hier wurden mit Hilfe von Masken z.B. helle Bildbereiche abgedeckt und die verbleibenden dunklen Bereiche etwas länger belichtet, oder umgekehrt die dunklen Bereiche abgedeckt und die zu hellen Bereiche durch „Abwedeln“ weniger belichtet.

Heute bietet Photoshop hierzu zwei Werkzeuge an, das „Abwedler-Werkzeug“ hellt auf (Dodge), das „Nachbelichter-Werkzeug“ dunkelt ab (Burn).

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Man kann diese Werkzeuge zwar direkt auf seinem Bild anwenden, was aber nicht empfehlenswert wäre, sie sind nämlich „destruktiv“, d.h. es werden die Pixel unwiederbringlich verändert. Die Werkzeuge werden wie ein Pinsel verwendet und haben zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten für Härte, Deckkraft, Fluss und man kann auch unter drei Vorgaben wählen, ob sich die Auswirkung des Werkzeugs auf alle, nur dunklere (Tiefen) oder nur hellere (Lichter) auswirkt.

Dies führt bereits zur ersten „Hürde“: will man „non-destruktiv“ arbeiten, so geht das nur auf einer extra Ebene. Sinnvoller Weise kreiert man dafür eine neue Ebene über dem Portrait und weißt dieser den Verrechnungsmodus „Weiches Licht“ zu und füllt sie mit „Neutralem Grau“ (dafür gibt es in dem Dialog  Ebene ->Neu->Ebene  die entsprechend zu wählenden Parameter).

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Durch den Modus „Weiches Licht“ wird von der neuen Ebene mit dem darunter liegenden Portrait alles verrechnet, was heller oder dunkler ist, als Neutralgrau – also in unserem Fall gar nichts – deshalb sehen wir unverändert unser Portrait wie vorher.

Male ich aber nun mit einem schwarzen Pinsel auf dieser grauen Ebene, so wird die schwarze Farbe sofort mit dem Portrait verrechnet, also wird der betroffene Teil dunkler. Mit weißer Farbe wird er heller.

Wichtig für das Verständnis dieser Technik ist: durch das „Malen“ verändert man hier keine Textur, sondern man hellt die vorhandene Textur auf, oder dunkelt sie ab! Man fügt keine Pixel hinzu, sondern verändert nur deren Helligkeit.

Man könnte natürlich auch auf einer transparenten Ebene das Gleiche machen – nur würde man da z.B. feine Pinselstriche mit schwacher Deckung überhaupt nicht mehr sehen können!

Ein großer Vorteil dieser Technik mit der Grauebene ist also, dass man zu jeder Zeit weiß, welche Bereiche des Bildes bearbeitet wurden. Selbst Pinselstriche mit sehr geringer Deckkraft sind auf der grauen Ebene sehr gut sichtbar.

 Dies ist bereits alles, was man grundlegend zu dieser Technik wissen muss und man kann dadurch Licht und Schatten „malen“. Anstelle eines Pinsels, kann man natürlich auch mit den Werkzeugen „Abwedeln“ und „Nachbelichten“ arbeiten.

Der Rest ist Übungssache. Ich male grundsätzlich mit einem ganz weichen Pinsel, oft mit reduzierter Deckkraft und/oder reduziertem Fluss, damit ich mich mit mehreren Pinselstrichen dem gewünschten Ergebnis langsam nähern kann. Am Ende reduziere ich dann i.d.R. noch die Deckkraft der bemalten Grau-Ebene, da auch bei dieser Technik das Motto gilt: weniger ist oft mehr!

Diese Technik kann noch durch folgende Maßnahmen verbessert werden: statt nur einer Grau-Ebene kann man sich drei dieser Ebenen übereinander legen und alle drei in den Verrechnungsmodus „Ineinanderkopieren“ setzen.

Von unten nach oben nenne ich diese Ebenen „Tiefen“, „Mitteltöne“ und „Lichter“. Mit einem Doppelklick auf die Ebene „Tiefen“ werden die „Fülloptionen“ aufgerufen. Dort kann man im unteren Bereich den „Farbbereich“ auswählen, auf den die aktuelle Ebene wirken soll. Hier stellt man den Weißregler auf einen Wert von 85 ein – somit wirkt sich die Ebene nur auf die Tiefen aus. Der Übergang wird hierdurch aber sehr hart, weswegen man mit der „Alt“-Taste auf den Regler klickt und man ihn so „aufsplitten“ kann und praktisch zwei Regler bekommt, die man dann von 75 bis 90 einstellen kann. Der Schwarzregler bleibt unangetastet.

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Die Ebene „Mitteltöne“ wird mit den gleichen Maßnahmen aufgerufen,   hier stellt man aber beide (gesplittete) Regler ein und zwar den Schwarzregler auf 75-95 und den Weißregler auf 160-180.

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Und schließlich stellt man in der Ebene „Lichter“ den Schwarzregler auf 160-180.

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Somit kann man gezielter und detaillierter in den verschiedenen Helligkeitsbereichen arbeiten.

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Zum Abschluß aber hier noch eine weitere Methode, mit der ich sehr gerne arbeite, nämlich mit Gradationskurven.

Ich erstelle mit gedrückter „Alt“-Taste (dadurch wird die Ebene direkt invertiert) zwei neue „Überlagerungsebenen ->Gradationskurve“ über meiner Portrait-Ebene. Die untere nenne ich „Tiefen“, die obere „Lichter“.

Nun dunkle ich die untere Gradationskurve in den Mitteltönen ab und helle die obere auf. Nun kann ich mit weißer Pinselfarbe in beiden Ebenen malen und so selektiv aufhellen oder abdunkeln. Und ich kann nachträglich die Gradationskurven ändern und so sehr feine Einstellungen bewirken. Meistens zeichne ich diese Ebenen noch mit dem „Gausschen Weichzeichner“ weich, dann sieht man die einzelnen Pinselstriche nicht.

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Nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Zusammenhang , dass diese Technik auch sehr effektiv angewandt wird, um Bilder insgesamt plastischer wirken zu lassen. Schließlich beeinflusst man damit die gesamte Lichtsituation, betont Lichter oder Schatten (oder fügt diese einem Bild zu). Oftmals überlagert man die „D&B-Ebene(n)“ noch mit weiteren Einstellungsebenen, um z.B. Kontraste zu bearbeiten. Hierzu bietet es sich z.B. an, eine Ebene aus den „Kanälen“ zu kopieren, um so auf einer (z.B. der Ebene des Blaukanals) schwarzweißen Ebene die Kontraste (und somit die „Störungen“) besser erkennen zu können.  

Für heute soll diese Einführung in Dodge&Burn genügen.

Der nächste Teil in der Serie Portrait-Retusche zeigt ein paar kurze, aber wirkungsvolle Techniken zur Bearbeitung von Augen, Lippen und Zähnen.

Portrait-Retusche Teil 2

Portrait-Retusche . . . Teil 2 (Haut)

Die Erzeugung eines angenehmen und natürlich wirkenden Hautbildes beginnt mit der Entfernung von Störungen (Pickel, Flecken, Reizungen). Zunächst eine sehr schnelle Lösung, die sich aber nur bei ohnehin schon fast makelloser Haut anbietet, bei der nur kleinere Korrekturen vonnöten sind. Hierzu dienen zwei Werkzeuge: das „Ausbessern-Werkzeug“ und den „Reparaturpinsel“.

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Insbesondere der Reparaturpinsel hat seine „Tücken“, wenn man ihn zu groß wählt, wenn die Härte nicht stimmt (meistens wenn zu hart) und wenn er  im Randbereich von stärkeren Kontrastunterschieden oder Tonwertunterschieden verwendet wird.
Natürlich können diese Reparaturen der Haut auch mit komplexeren Techniken erledigt werden, wie z.B. „Dodge&Burn“ oder „Frequenztrennung“ – wir sprechen diese Techniken ebenfalls an.

Hier zunächst das Beispielbild aus Teil 1 und die Stellen, die mit den beiden oben genannten Werkzeugen korrigiert wurden.

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Zunächst die Stellen, die ich mit dem Ausbessern-Werkzeug bearbeite (hier rot umrandet). Ich markiere eine „Störung“ zunächst mit dem „Lasso“ (Taste „L“). Dann wähle ich das Ausbessern-Werkzeug und gehe damit in den ausgewählten Bereich hinein, drücke die linke Maustaste, halte sie und ziehe die Stelle nun in eine benachbarte Gegend, die keine Störung enthält. Sobald ich die Maustaste loslasse, geschieht die Reparatur unter der ursprünglich gewählten Stelle. Das Besondere hieran ist, dass auch gleich die richtigen Helligkeitswerte errechnet und „eingebaut“ werden, man sieht so keine Ränder.

Die blau gekennzeichneten Stellen werden mit dem Reparaturpinsel bearbeitet (wäre ebenso mit dem Ausbessern-Werkzeug gegangen).

Hier die Vorher-Nachher-Ansicht nach der Bearbeitung:

[twentytwenty] [/twentytwenty]

 

Dies war – wie gesagt – die schnelle Methode – „quick&dirty“ – mit der man aber auch schnell an Grenzen stößt. In diesem Bild sind z.B. an der Stirn und im rechten Bildteil unter dem Auge einige Haare zu sehen, die mit dieser Methode nicht gut entfernt werden können. Es gibt zwei etwas aufwändigere Techniken der Hautretusche, die aber auch zu besseren, hochwertigeren Ergebnissen führen. Sie sind komplett mit Photoshop-Mitteln – also ohne Zusatzprogramme oder Plugins – zu realisieren, obwohl es zahlreiche sogenannte „Profi-Tools“, Plugins, Zusatzprogramme zur Portrait-Retusche gibt, die aber auf genau diese Techniken zurückgreifen. Ich spreche von „Frequenztrennung“ und von „Dodge & Burn“. Betrachten wir uns diese etwas genauer.

1) Frequenztrennung

Wieso eigentlich der Begriff „Frequenz“ in diesem Zusammenhang? Nun, man kann die Informationen in einem Bild in zwei unterschiedliche „Frequenzen“ aufteilen: eine Hochfrequenz – nämlich die in hoher Zahl vorkommenden Partikel wie Strukturen, Poren, Haare, Störungen – und auf der anderen Seite eine Niedrigfrequenz – also großflächig vorhandene Dinge wie Farbtöne, Schatten, Helligkeit, Tonwerte.
Mein „Workflow“ sieht folgendermaßen aus:
nachdem ich das betreffende Bild in Photoshop geladen habe, mache ich zwei Kopien der Hintergrundebene (STRG- J) und nenne die erste Kopie nun „LOW“ und die zweite (obere) Ebene bekommt den Namen „High“. Nun blende ich die „High“ -Ebene aus (das Auge links neben dem Ebenen-Icon wegklicken), damit diese unsichtbar wird. Mit einem Mausklick in die Ebene „LOW“ aktiviere ich diese. 

Nun wende ich auf dieser Ebene den Filter->Weichzeichnungsfilter-> Gaußscher Weichzeichner an. Den Regler ziehe ich so weit nach rechts, bis alle Poren oder Störungen verschwunden sind – der Reglerwert variiert natürlich von Bild zu Bild, liegt aber in den meisten Fällen etwa zwischen 7 und 10. Wichtig ist, dass man sich den eingestellten Wert gut merkt, da diese r Wert später noch einmal eine Rolle spielt! Also am besten notieren.

Nun wird die „High“-Ebene wieder eingeblendet und ich klicke auf Bild->Bildberechnung und stelle in dem sich öffnenden Fenster die folgenden Werte ein (je nachdem, in welcher Bit-Tiefe das Bild vorliegt):

Bei 8-Bit: RGB-Kanal nicht umkehren, Mischmodus auf „Subtrahieren“, Skalieren auf „2“ und Versatz auf „128“.

Bei 16-Bit: RGB-Kanal umkehren, Mischmodus auf „Addieren“, Skalieren auf „2“, Versatz auf „o“.

Beachten: in dem Auswahlfeld „Ebene“ muss die Ebene des weichgezeichneten Low-Frequency-Bildes ausgewählt sein (im Beispiel die „LOW-Ebene) !

Jetzt wird die aktive „High“-Ebene auf den Ebenen-Modus „Lineares Licht“ gestellt. Das angezeigte Bild muss nun genau so aussehen, wie das ursprüngliche Original.

Ab hier gibt es sehr viele Wege, die zum Ziel führen. Ich empfehle zunächst mit Werkzeugen wie Pinsel,Kopierstempel und Reparaturpinsel zu arbeiten und zwar auf der „LOW“-Ebene mit sehr geringer Härte die Lichter, Schatten, Farbtöne  und auf der „High“-Ebene mit größerer Härte die Details zu bearbeiten. 

Wenn Sie zwischen die „LOW“- und die „HIGH“-Ebene noch eine Ebene als „Arbeitsebene“ einfügen, können Sie die Korrekturen auf dieser Ebene machen und diese dann sehr schön per „Deckkraft“ zu regeln!

Hier das Ergebnis der Hautbearbeitung mit der Frequenztrennungs-Technik:

[twentytwenty][/twentytwenty]

 

Übrigens hätte man die Ebenen LOW und HIGH auch als Smartobjekte anlegen können, dann könnte man die Filter auch nachträglich noch korrigieren und verändern.

Ebenso könnte man eine zusätzliche „Dodge&Burn“ -Bearbeitung durchführen, um weitere Verbesserungen herbeizuführen – dazu aber beim nächsten Mal mehr, da die Technik Dodge&Burn ein extra-Kapitel wert ist.